3. Pädagogische Arbeit

Pädagogische Konzeption

Kindertagespflege

„Die Feldmäuse“

 

 

3.1 Zielsetzung 

Als grundlegendes Ziel unserer pädagogischen Arbeit möchten wir die Kinder bestärken ihr Leben selbstständig zu gestalten und zu bewältigen. Dazu stehen wir ihnen als vertrauensvolle Bezugspersonen zur Seite, bieten ihnen eine liebevolle Atmosphäre und begleiten sie in der Erkundung ihrer selbst, anderer und den Dingen der Welt. Mit unserer elementarpädagogischen Arbeit möchten wir folgende Ziele erreichen:

  • Eigenständiger Aufbau von sozialen Kontakten
  • Eigenständiges Essen & Wertschätzung von Lebensmitteln
  • Entwicklung von Gruppengefühl
  • Unterstützung in der Ausbildung ihrer Persönlichkeit und ihrem Selbstvertrauen
  • Lernen sich für einen überschaubaren Zeitraum von den Eltern zu lösen
  • Unterstützung in der Entwicklung ihrer Motorik
  • Fördern der Kreativität ( Fantasie, sowie künstlerisch )
  • Sprechen lernen und Kommunikation üben
  • Entwicklung von Sozialverhalten
  • Voneinander und miteinander Lernen
  • Natur mit allen Sinnen erleben
  • Lernen mit Tieren umzugehen und diese zu respektieren
  • Kennenlernen von Strukturen und Regeln

 

3.2 Das Spiel im Freien

Das körperliche Wohlbefinden ist ein grundlegender Baustein für die Entwicklung und Bildung der Kinder. Bewegung erhöht die Konzentration und regt das Denken an. Somit ist unser Hauptaspekt unserer pädagogischen Arbeit das Spielen im Freien. Den Kindern steht ein großes Außengelände mit Spielplatz zur Verfügung. Sooft es möglich ist, dürfen die Kinder sich dort aufhalten. Das Spiel im Freien in (fast) allen Wetterlagen stärkt das Immunsystem und schult die Sinneswahrnehmung. Dies bedeutet für unsere Arbeit, dass viele Angebote draußen stattfinden. Hier haben die Kinder außerdem die Möglichkeit mit Tieren in Kontakt zu kommen. Der Umgang mit Tieren bereichert den kindlichen Erfahrungsraum in besonderer Weise. (s. 3.5) Der nahegelegene Bauernhof mit Kühen, Kälbern, Pferden und einem Hund wird regelmäßig besucht.

Rund ums Haus befinden sich zusätzlich ein Gemüsegarten und verschiedene Beerensträucher. Die Kinder können dort miterleben, wie die Pflanzen wachsen und auch bei der Ernte helfen. Dieses wiederum fließt in die gesunde Ernährung der Kinder mit ein.

 

3.3 Erfahrungs- und Lernangebote


Grundsätzlich bieten wir den Kindern alles an, was ihnen Freude und Spaß bereitet und was ihre Entwicklung unterstützt. Dabei orientiert sich unsere pädagogische Arbeit an den Erfahrungs- und Entwicklungsstand der Kinder.

Ein wichtiger Bestandteil für die Kinder ist hierbei die ganzheitliche Förderung durch die Sinneserfahrung. Hören, Sehen, Schmecken, Riechen und Tasten sind von großer Bedeutung, um sich selbst und seine Umwelt wahrzunehmen.
Diese wird in der Praxis durch Angebote wie z.B. Bahrfußlaufen, Kneten, Malen ohne Pinsel, Ballspielen und Spielen im Freien umgesetzt. Zusätzlich haben die Kinder jederzeit die Möglichkeit mit den unterschiedlichsten Materialien wie Papier, Knete, Fingerfarben und Naturmaterialien Erfahrungen zu sammeln, um auf diesem Wege bei der Ausbildung ihrer feinmotorischen Fähigkeit und Entwicklung ihrer Kreativität unterstützt zu werden. Durch Sprechen Singen, Fingerspiele & Bilderbücher wird die Sprachentwicklung der Kinder gefördert.

Die Freude an der Musik wird durch Singen, Tänze und Musizieren mit Orffinstrumenten unterstützt. Das ganzheitliche Erleben und phantasievolle Gestalten von Reimen, Versen, Bewegungsspiele, Liedern und Tänzen fördert die Kinder ebenso in ihrer natürlichen Musikalität, in ihrem Bewegungsvermögen und in ihrer Sprachentwicklung.

 

3.4 Persönlichkeit und Selbstvertrauen

Es ist uns wichtig die Persönlichkeit eines Kindes zu respektieren und sehr behutsam mit ihm umzugehen. Denn auch kleine Kinder setzen sich bereits aktiv mit ihrer Umwelt auseinander und bestimmen ihre Entwicklung mit. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen des Kindes einzugehen. Dazu ist es notwendig, das einzelne Kind gut zu beobachten, da in den ersten Lebensjahren die Entwicklung oft sehr schnell voran geht. Es gibt dabei individuell unterschiedlich stattfindende Entwicklungsschritte, die wir mit unserem pädagogischen Handeln unterstützen und fördern.

Vieles kann man getrost „erwarten“, bei manchen Verzögerungen ist ein unmittelbares agieren „notwendig“. Der individuelle Entwicklungsverlauf der einzelnen Kinder wird von uns regelmäßig dokumentiert und in einer Mappe gesammelt, welche beim Verlassen der Einrichtung für das Kind als Erinnerung an die Eltern übergeben wird.

Auch die kreative Zeit in Form von freiem Spielen oder Malen, wird von den Tagespflegepersonen situationsbedingt gestaltet. Somit kann jedes Kind spielerisch und individuell in einer kleinen Gruppe seine Umwelt erobern, sich und andere Kinder entdecken lernen und auf diese Weise immer mehr seine Persönlichkeit entwickeln. Wir unterstützen die Kinder bei ihrem Tun und helfen ihnen dabei es alleine zu schaffen.

 

3.5   Tiergestützte Interaktion

Als Eltern und Pädagogen haben wir die Aufgabe, unseren Kindern die Natur näher zu bringen, ihnen Respekt und Achtsamkeit im Umgang mit Tieren und Pflanzen vorzuleben und sie zu einer entsprechenden Haltung zu erziehen. Die Arbeit mit Tieren fördert unter anderem folgende Bereiche des kindlichen Lernens: Wahrnehmung, Sozialverhalten, Emotionen, Empathie, Fürsorge, Sprache und Motorik.

Die Kinder sollen durch den Einsatz von Tieren lernen:

  • Eine positive Einstellung gegenüber anderen Lebewesen zu entwickeln
  • Vertrauen zu Tieren aufzubauen, neugierig gegenüber dem Tier zu werden und Freude daran zu haben, mit ihm in Kontakt zu treten
  • Die Bedürfnisse von verschiedenen Tieren kennen zu lernen
  • Wie sie respektvoll mit Tieren umgehen und welches Verhalten sie gegenüber ihnen zeigen sollten
  • Dass es grundlegende Regeln im Umgang gibt und diese einhalten

In der Gruppenarbeit werden mehrere Tiere integriert: Kaninchen draußen im Freilaufgehege, eine Katze frei auf dem Hof, Schafe und Hühner auf der Wiese. Außerdem Henry unser Malteser Rüde. Er ist ein ausgebildeter Besuchshund für soziale Einrichtungen und kommt regelmäßig in die Gruppe. Im Alltag wird Henry von seiner Hundeführerin geführt. Sie hat die Sorgfaltspflicht und muss dafür Sorge tragen, dass weder Kind noch Hund überfordert werden. Sie sorgt auch dafür, dass der Hund seine Regeln einhält und auf Kommandos hört.

Henry ist jeden Tag ca. 1,5 Stunden in der Gruppe. Hauptsächlich ist Henry einfach nur dabei. Er verbringt die meiste Zeit in seinem Ruhekörbchen und beobachtet die Gruppe oder schläft dort. Die Kinder haben die Möglichkeit Henry zum Spielen aufzufordern oder ihn kontrolliert zu streicheln. Das Spiel oder der Hund-Kind-Kontakt wird immer durch eine Erzieherin/Hundeführerin angeleitet und beobachtet, es darf zu keiner Überforderung auf beiden Seiten führen.

Ein oder zwei Mal pro Woche wird Henry für pädagogische Spiele eingesetzt. Tiergestützte Interventionen sind häufig Einzelsituationen oder finden in kleineren Gruppen statt.

Außerdem muss bei der Arbeit mit Henry auf Hygiene geachtet werden:

  • Die Aufenthaltsräume der Tiere sollten regelmäßig intensiv gelüftet und feucht gewischt werden.
  • Das Lager des Tieres, aber auch Decken und Polstermöbel der gesamten Einrichtung müssen regelmäßig abgesaugt und gereinigt werden.
  • Nach Hundekontakt und vor der Mahlzeit müssen unbedingt die Hände gewaschen werden.
  • Keine Intervention bei Infektion oder Parasitenbefall des Hundes
  • Mögliche Urin- oder Kotverschmutzungen mit Desinfektionsmitteln beseitigen
  • Der Hund darf nicht in Essbereiche
  • Desinfektionsmittel und feuchte Tücher sind immer griffbereit

 

3.6   Bakfiets

Unsere Einrichtung hat zwei Bakfietsen, mit denen wir gerne in der Umgebung unterwegs sind. In jedem Lastenrad sind vorne 4 Plätze und hinten auf dem Rad ein Fahrradsitz. Somit finden alle 9 Kinder genügend Platz um Ausflüge in die Natur, die Dörfer oder die Stadt zu unternehmen. Gerne besuchen wir auch die umliegenden Kindertageseinrichtungen um diese kennen zu lernen. Der Wald kann so auch gut erreicht werden und in Hassum und Hommersum gibt es viele Tierwiesen und Gehege: Hier unter anderem der Biolandhof Bodden und die Alpakafarm.

 

3.7  Feste und Feiern    

Kinder feiern gerne. Feste sind für Kinder ganz besondere Ereignisse und bleiben ihnen lange in Erinnerung.

Der wichtigste Tag im Jahr: „Der Kindergeburtstag“ wird natürlich auch bei uns gefeiert. An diesem Tag steht das Geburtstagskind im Mittelpunkt des Tagesablaufs. Eine kleine Feier mit entweder selbstgebackenem Kuchen oder Eis und Liedern gehört selbstverständlich dazu.

Aber auch die Feste des Jahresablaufes werden bei uns gefeiert: Karneval, Ostern, St. Martin, Nikolaus und Weihnachten. Hierbei ist es uns wichtig, die Bedeutung des Festes zu erarbeiten und altersgerecht näherzubringen.

Hierzu werden auch regelmäßig die Eltern und Geschwister mit eingeladen.

 

Karneval: Kinder lieben es sich zu verkleiden. Vor allem während der Karnevalszeit dürfen sie geschminkt und kostümiert zu den Feldmäusen kommen. Ansonsten können sich die Kinder auch bei uns verkleiden und werden von uns geschminkt, wenn sie das möchten. Wir verfügen über eine große Auswahl an Kostümen. Zur Karnevalszeit werden die Eltern einmal im Jahr zu uns eingeladen um gemeinsam mit den Kindern und uns Karneval zu feiern. Es findet eine Singrunde statt mit Buffet und Angebote, die die Eltern mit den Kindern wahrnehmen können.

 

St. Martin: Im Herbst basteln wir im Vorfeld gemeinsam mit den Kindern und anschließend mit den Vätern eine Laterne, die wir natürlich auch ausführen wollen. Im November feiern wir dann gemeinsam mit den Eltern/Geschwistern/Großeltern unser eigens St. Martin Fest mit einem kleinen Laternenumzug und kleiner Musikkapelle.

 

Nikolaus und Ostern feiern wir ohne die Eltern in der Einrichtung. Sowohl der Nikolaus als auch der Osterhasen kommen in die Einrichtung und bringen Kleinigkeiten für die Kinder. Es werden Lieder gesungen und gemeinsame Spiele gespielt.

 

Weihnachten: In der Vorweihnachtszeit schmücken wir gemeinsam mit den Kindern die Einrichtung. Dabei wird jedes Jahr ein Tannenbaum sowie eine Kinderkrippe aufgestellt. Kurz vor Weihnachten feiern wir dann gemeinsam mit den Eltern und den Kindern Weihnachten. Dort werden im Vorfeld Plätzchen gebacken und Geschenke für die Eltern vorbereitet. Am letzten Tag vor Weihnachten feiern wir dann gemeinsam in einer Singrunde mit den Eltern die Weihnachtszeit.

 

Fahrradtour: Einmal im Jahr veranstalten wir für unsere Kinder, deren Eltern und Geschwisterkinder eine kleine Fahrradtour rund um die umliegenden Dörfer. Während der Fahrradtour werden kleine Rätsel gelöst und im Anschluss meist bei einer Familie gegrillt und gemütlich beisammengesessen (u.a. mit einer Hüpfburg).

 

Abschlussfest: Kurz bevor die größeren Kinder (Entlassungskinder) in den Kindergarten kommen, feiern wir mit den Entlassungseltern und allen Kindern aus der Einrichtung ein Abschlussfest. Es wird eine Aufführung mit unserem Kasperletheater mit anschließender Schatzsuche geben. Zum Abschied bekommt jedes Entlassungskind ein kleines Geschenk und eine Mappe mit Erinnerungen.

 

3.8  Elternarbeit

Die Schaffung einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Eltern und den Tagespflegepersonen ist uns sehr wichtig. Die Eltern sind für uns direkte Ansprechpartner, wenn es darum geht, optimale Entwicklungsbedingungen für ihr Kind zu schaffen, in deren Mittelpunkt die Förderung der kindlichen Entwicklung und die Sicherstellung des Wohls des Kindes stehen. Für das Gelingen einer guten Zusammenarbeit sind Offenheit, Vertrauen und das Einhalten von verbindlichen Absprachen unerlässlich.

Wir sind eine familienergänzende Einrichtung, in der die Eltern so lange mit ihrem Kind zusammen anwesend sein können, wie die gegebene pädagogische Situation es erfordert.

Die täglichen Tür- und Angelgespräche ermöglichen es, sowohl den Eltern als auch uns, Informationen auszutauschen.

Entwicklungsgespräche finden nach Terminabsprache & bei Bedarf statt.   Generell bieten wir ein Elterngespräch einige Wochen nach der Eingewöhnung an. Ebenso vor dem Wechsel in den Kindergarten. Das Gespräch mit den Eltern kann das kindliche Verhalten für uns verdeutlichen und umgekehrt ermöglicht es auch den Eltern einen anderen Blick auf ihr Kind.

Die Eltern dürfen auch aktiv unsere Arbeit unterstützen. Gerne dürfen sie sich bei Projekten, baulichen Maßnahmen und Angeboten mit einbringen.

 

3.9 Eingewöhnungszeit

Der Eintritt des Kindes in die Tagespflegegruppe hat für viele Eltern und Kinder den Charakter der Erstmaligkeit. Für die Familie ist es etwas Neues, das eventuell mit Unsicherheit behaftet ist. Um die Trennungssituation von der Familie gut zu gestalten und das Kind in seiner Entwicklung zu unterstützen, ist eine behutsame Eingewöhnung in die Gruppe notwendig. Dies geschieht durch die Anwesenheit einer Bezugsperson. Ziel der Eingewöhnung ist, dass sich das Kind am Ende der Schlussphase wohlfühlt, es exploriert, es erforscht und seine neue Umgebung erkundet, uns als sichere Bezugspersonen annimmt und nachhaltig von uns trösten lässt. Die Eingewöhnung wird in Anlehnung an das Berliner Modell gestaltet. In der Regel dauert sie zwischen 3 bis 4 Wochen. Es kann aber sein, dass es eine kürzere oder längere Zeit in Anspruch nimmt.

In den ersten Tagen kann das Kind von einem Elternteil in die Gruppe begleitet werden. In dieser Zeit verhält sich das Elternteil passiv im Hintergrund, ist jedoch mit im Raum. Nach und nach werden die Zeiträume, die das Kind alleine in der Gruppe verbringt, größer – in enger Vernetzung mit den Eltern und bei voller Rücksichtnahme auf das Kind. Ein vertrauter Gegenstand wie z.B. ein Kuscheltier, Schnuller etc. sind von Vorteil, denn so kann sich das Kind bei Belastung auch gut beruhigen was ihm die Eingewöhnung erleichtert. Feste Strukturen und Rituale im Alltag sind von besonderer Bedeutung, denn durch einen vorhersehbaren Tagesablauf wiegt das Kind sich in Sicherheit. Hier bestimmt es wie lange die Eingewöhnung dauert, ganz auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt. Um die Eingewöhnung etwas zu erleichtern werden im Vorfeld kleine „Trösterchen“ in der Form eines selbstgebastelten Fotobuches gestaltet.

 

 

3.10 Qualität der Betreuung 

Um Kinder in ihrer Entwicklung und Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe kompetent unterstützen zu können, kommt es auch auf die Persönlichkeit und die Qualifikation des Fachpersonals an. In unserer Gruppe arbeiten ausschließlich staatlich anerkannte Erzieherinnen. Die regelmäßige Fortbildung der pädagogischen Mitarbeiterinnen ist von weitreichender Bedeutung. Dieses geschieht durch Fachbereichstreffen, Fortbildungen, Teambesprechungen, sowie die Lektüre von Fachliteratur. Jede Tagespflegeperson verpflichtet sich min. 5 Std. im Jahr an einer Fortbildung teilzunehmen. Auf diese Weise wird die hohe Qualität unserer Arbeit nachhaltig gesichert. Alle 2 Jahre wird der 1.Hilfe Kurs für Säuglinge und Kleinkinder aufgefrischt.

 

3.11 Präventionsmaßnahmen und Handlungsweisen bei Kindeswohlgefährdung

Im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe nach dem Achten Sozialgesetzbuch (SGB VIII) trägt der Staat die Verantwortung dafür, dass Kinder während der Inanspruchnahme eines Betreuungsangebotes – wie der Kindertagespflege – ausreichend geschützt sind. Gleichzeitig soll eine altersgerechte Förderung, Beteiligung und Mitbestimmung der Kinder sichergestellt werden. Wir als Kindertagespflegepersonen haben den Auftrag, die Entwicklung der uns anvertrauten Kinder aufmerksam zu begleiten und mögliche Auffälligkeiten oder außergewöhnliche Ereignisse, insbesondere im Hinblick auf das Kindeswohl, wahrzunehmen.
Mit der Reform des SGB VIII durch das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz im August 2021 wurde der Kinderschutz weiter gestärkt (vgl. Bundesverband für Kindertagespflege e. V.). Die gesetzlichen Grundlagen hierfür sind insbesondere in den §§ 8 und 43 SGB VIII verankert. Sie regeln den Schutz des Kindeswohls in Betreuungseinrichtungen sowie das Vorgehen bei Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung.

In unserer Arbeit als Kindertagespflegepersonen achten wir darauf, die Rechte der Kinder im pädagogischen Alltag konsequent umzusetzen. Die Kinder werden in Entscheidungen einbezogen, die sie betreffen. So dürfen sie beispielsweise selbst entscheiden, wer sie wickelt oder ob andere Kinder mit in den Waschraum dürfen. Wir beobachten die individuellen Interessen der Kinder und stellen ihnen entsprechendes Spiel- und Lernmaterial zur Verfügung.
Zur Sicherung und Weiterentwicklung der pädagogischen Qualität nimmt das Personal in unserer Einrichtung regelmäßig an Fort- und Weiterbildungen teil. Im Rahmen des gesetzlichen Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII gehört es zu unserer zentralen Aufgabe, die Bedürfnisse, Sorgen und Ängste der Kinder wahrzunehmen und aufmerksam zu beobachten. Das körperliche und seelische Wohl der Kinder steht dabei stets im Mittelpunkt unserer Arbeit.
Im Hinblick auf den Kinderschutz arbeiten wir als Tagespflegepersonen eng mit dem Jugendamt der Stadt Goch zusammen.

Jede Tagespflegeperson, die in der Feldmäusegruppe arbeitet, geht einen Kooperationsvertrag mit dem Jugendamt ein.
Erkennen wir Anzeichen für eine mögliche Gefährdung des Kindeswohls, sind wir verpflichtet zu handeln. Hierbei halten wir uns an den – Handlungsleitfaden bei möglicher Kindeswohlgefährdung- der Stadt Goch. In einem solchen Fall dokumentieren wir unsere Beobachtungen sorgfältig und suchen zunächst das Gespräch mit den Erziehungsberechtigten. Sollte weiterer Klärungs- oder Unterstützungsbedarf bestehen, wenden wir uns an das Jugendamt der Stadt Goch, an die Fachkraft im Kinderschutz gemäß § 8a SGB VIII hinzu.

 

Nachwort

Dieses Konzept unterliegt der ständigen Überprüfung durch die Praxis. Ergibt sich aus der täglichen Arbeit die Notwendigkeit einer Änderung, so wird diese dahingehend weiterentwickelt.

Wir stehen neuen Erkenntnissen der Elementarpädagogik offen gegenüber, betrachten sie jedoch kritisch und messen sie an der Praxis. Wir werden aufmerksam beobachten, was sich für die Kinder verändert, wenn pädagogische Konzepte und die Gestaltung des Alltagslebens verändert werden.